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Von Tirol zum Semenic
Nach zwei Übernachtungen bei den „Missionsschwestern vom Kostbaren Blut“ in Tirol / Rumänien fahren wir heute weiter. Zunächst geht es mit nicht viel mehr als Schrittgeschwindigkeit über Doclin zurück nach Bocsa. Von dort fahren wir weiter nach Reschitza / Resita. Hier wird bei Spar eingekauft, aber die Sachen sind alle recht teuer, insbesondere wenn man an die hiesigen Einkommensverhältnisse denkt.
Zur mittäglichen Rast wollen wir an den Lago Secu in der Nähe der Stadt fahren. Es geht am Dampflokmuseum vorbei, ein Freilichtmuseum, das von der Straße aus gut zu sehen ist. Hier in Reschitza war früher ein bedeutender Fabrikationsort für Eisen und Stahl, selbst das Material für den Eiffelturm in Paris wurde hier angefertigt. Dementsprechend sieht das Stadtbild allerdings auch aus. Wir fahren durch Fabrikanlagen und an einem Schwimmbad vorbei, das gerade saniert wird. Dann geht es über eine nicht enden wollende Straße zum See, immer schön langsam aufgrund der Kurven und Schlaglöcher. Auf dem Parkplatz eines verlassenen Erholungsheims wird eingeparkt. Der See liegt etwas tiefer und man sieht einige Angler.
Da uns die Gegend nicht besonders zusagt, wird nach dem Mittagessen wieder gestartet und das ursprünglich geplante Ziel, der Stausee Trei Ape angesteuert. Die kurvenreiche Straße führt uns durch Franzdorf / Valiug zunächst nach Wolfsberg / Garana. Rechts und links der Straße sind Wiesen zu sehen, die zum Picknick einladen. In Wolfsberg unterbrechen wir die Fahrt kurz und gehen zu Fuß zum oberen Ortsteil hinaus. Der kleine Spaziergang wird mit herrlichem Blick zum Tarcu-Gebirge mit dem schneebedeckten Muntele Mic belohnt.
Jetzt geht es mit dem Wohnmobil noch ein kurzes Stück durch ein kleines Wiesental bis wir am Stausee Drei Wässer / Trei Ape eintreffen. Auf einer ebenen Fläche kurz vor Weidenthal / Brebu Nou wird eingeparkt. Hier werden wir die nächsten drei Nächte stehen bleiben.
Am nächsten Morgen erkunden wir mit dem Fahrrad (immer schön schieben den Berg hinauf) die nähere Umgebung. Aber trotz zahlreicher Wochenendurlauber finden wir weder in Weidenthal noch in Wolfsberg ein Geschäft, in dem man Brot oder Brötchen kaufen kann. Der Versuch, den Stausee mit dem Fahrrad zu umrunden ist auch zum Scheitern verurteilt, da der Fahrweg im südlichen Teil nicht mehr am See entlang führt.
Abends gehen wir zum Essen ins Restaurant „Trei Ape“. Der Wein ist gut und preiswert, das Essen mundet uns allerdings weniger. Wir sind auch so ziemlich die einzigen Gäste, die zum Essen kommen. Dafür bekommen wir aber noch einen halben Laib Brot, so ist die Eigenversorgung wieder gesichert.
Aber überall wird Picknick gemacht und alles gegrillt, was auf den Rost passt. Auch gibt es hier überall so genanntes Auto-Camping: Am Abend wird alles zusammengepackt und im Kofferraum verstaut, Trainingsanzüge angezogen, Sitze umgeklappt und im Auto übernachtet.
Am Sonntag starte ich alleine mit dem Fahrrad die Landstraße zurück nach Wolfsberg und weiter zur Passhöhe. Dann folge ich noch etwa 600 m der Straße auf den Munte Semenic. Sie ist gut ausgebaut. Überall liegt der Geruch nach Gegrilltem in der Luft. Nach 75 Minuten kehre ich um und bin bereits nach weiteren 30 Minuten bei unserem Wohnmobil.
Montag, 30. April, heute fahren wir mit dem Wohnmobil zum Munte Semenic. Die Straße ist breit und gut befahrbar. Kurz vor dem Ende der Straße auf dem Piatra Goznei finden wir auch sofort einen guten Stellplatz, hinter einem nicht bewohnten Haus ist eine betonierte ebene Fläche mitten in den Krokuswiesen. Nach dem Mittagessen folgt ein Spaziergang über den Gipfel mit Skihotel und Liftanlage. Auch hier sind zahlreiche Ausflügler, die das schöne Wetter genießen. An der Seite abgestellt sind zwei Pistenraupen, die auf den nächsten Winter warten. Nach einem Glas Wein gehe ich noch alleine weiter auf den Munte Semenic. Gegen fünf Uhr abends sind wir so ziemlich die Einzigen, die noch hier sind bzw. auch über Nacht bleiben werden. Der Wind ist hier doch frisch und kalt.
Dienstag, 1. Mai, die Rückfahrt nach Ungarn steht heute auf dem Programm. Nach 2 Stunden Fahrt und zurückgelegten 41 Kilometern sind wir wieder in Reschitza. Die neue Filiale von Plus hat auch heute geöffnet, wir können unsere Vorräte wieder auffüllen. Auch ist Plus um einiges preiswerter, für rumänische Einkommensverhältnisse aber wohl immer noch teuer.
Zunächst fahren wir nach Máko. Hinter dem alten Hallenbad wurde hier ein neues Freibad errichtet, das aber noch geschlossen ist. Beides liegt mitten in der Stadt und es gibt kein Camping beim Bad. Deshalb geht es weiter nach Morahálom.
In Moráhálom finden wir ein wunderschönes großes Thermalbad mit zahlreichen Innen- und Außenbecken, die fast alle geöffnet sind. Ein Campingplatz ist aber auch nicht vorhanden. Da wir nur noch einen Tag Zeit haben, wird auf einem Parkplatz in der Nähe des Bades abgestellt.
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